Get 20M+ Full-Text Papers For Less Than $1.50/day. Start a 14-Day Trial for You or Your Team.

Learn More →

Deviance and Social Control in Chinese Society

Deviance and Social Control in Chinese Society trachtung zu ziehen: "O hne fundamentale Umstrukturierungen gibt es weder für die Ent­ wicklungs- noch fur die Indus trieländer eine Lösung . Weder können die indus trialisierten Länder mit der Geschwindigkeit und Unaufhaltsamkeit einer Lawine noch lange weiter in ihre Sackgasse laufen, noch können die Entwicklungslänper bei der gegenwärtigen Struktur der Weltwirtschaft ihre Volkswirtschaften regenerierenl Grund erfordernisse sind : - Wie­ derherstellung gesunder Landwirtschaftsstrukturen in d�n Entwicklungsländern ; - Rück­ schraubung der ,Rationalisierung' in den Indus trieländenl'; - Neuregelung der Welthandels­ tarife bzw. der Ein- und Ausf uhrbestimmungen üb erhaupt" (S. 191/192). Interessanterweise gelangt 1. Wendt mit Hilfe ihrer auf eigenen Erfahrungen beruhenden unorthodoxen Betrachtungsweise zu ähnlichen Ergebnissen, wie sie der Zweig der interna­ tionalen Sozialwissenschaften vorgelegt hat, der sich mit De pendenz- und Ausb eutun gs­ strukturen im Beziehungssystem von Indust rie- und Entwicklungsländern beschäftigt. Die Auss age der Autorin - nicht öffnung der Entwicklungsländer zugunsten des "r ationalisti­ chen" und profitorientierten Westens, sondern Besinnung auf die eigene Tradition und die eigenen Kräfte, was selektive Kooperation mit dem technisch üb erlegenen Westen nicht aus­ schlösse, führe aus der Sackgasse der Unterentwicklung heraus - trifft sich erstaunlich genau mit Postulaten , die hierzulande in der Diskuss 'ion über "a utozentrierte Entwicklung" als Alternative zu einer auf Weltmarktintegration zielenden Entwicklung erhoben werden. Di es Bu ch wirbt mit sachlich fundierten Argumenten um Verständnis fremder Kulturen, stellt oftmals bewußt subjektiv eingefärbte Ansi chten zur Diskussion, es will provozieren, De nkanstöße vermitteln und zur Revision europäischen Selbstverständnisses auffordern - ein Buch, das einen großen Leserkreis erreichen sollte. Rainer T etzlaff AMY A. WILSON/SIDNEY L. GREENBLATT/RICHARD W. WILSON (H erausg.) Praeger Special Studies in International Politics and Government, Praeger Publishers In c., New York, London, 19 77, X, 227 S., 5.95 $ Diese Sammlung von Papieren einer Konferenz vom November 19 75 trägt methodisch Tat­ sachen Rechnung, die die wissenschaftliche Erforschung Chinas auch heute noch belasten : der Schwierigkeit der Sinologie als einer geographisch definierten Wissenschaft, Ergebnisse der einzelnen sozial wissenschaf tlichen Fächer zu rezipieren und auf den Gegenstand ihres Inter esses anzuwenden; der Schwierigkeit der Sozialwissenschaften, an europäischen oder amerikanischen Verhältnissen entwickelte Fragestellungen und Kategorien sinnvoll auf chi­ nesische Phänomene anzuwenden bzw. LU diesen üb erhaupt den Zugang zu finden. Jeder Versuch zum Brückenschlag, der - wie hier - allgemeine sozialwissenschaftliche Befähigung mit sinologischem Sachverstand vereint, verdient deshalb Au fmerksamkeit und Lob. Die Autoren dieses Bu ches wollen aber noch mehr. Interdisziplinär auch innerhalb der Sozial­ wissenschaften, nähern sie sich ihrem Thema von ganz unterschiedlicher Warte : als Vertreter der Fächer Soziologie, Politikwissenschaft, "G overnment" , Psychologie, Linguistik, Ö ko­ nomie, Literaturwissenschaft, Philosophie und Rechtswissenschaft. De vianz definiert der einleitende Beitrag Amy Wilsons als Verhalten, das von einer be­ stimmten Regel abweicht bzw. solches, das von anderen als deviant betrachtet wird, "s oziale Kontrolle" als Reaktion auf "n onconformity" bzw. "r ule breaking" , also wohl: De vianz. Da mit ist für die Einzelbeiträge der denkbar weiteste Rahmen gezogen. Der Soziologe Greenblatt untersucht die Stigmatisierung abweichenden Verhaltens durch Mass enkampag­ nen in der Volksrepublik China. R. Wilson legt eine knappe Arb eit über Gruppenverhalten https://doi.org/10.5771/0506-7286-1978-4-456, am 07.10.2021, 11:31:32 Open Access - - http://www.nomos-elibrary.de/agb chinesischer Kinder in Taiwan, Hong Kong und den U.S.A. vor. White befaßt sich, gestützt auf Material aus den 50er Jahren, mit der Einwohnerregistrierungspflicht in chinesischen Städten als eines Mittels der sozialen Kontrolle. Bennett kommt bei der Untersuchung der Funktion chinesischer Massenbe wegungen bei der Sozialisation zu dem erstaunlichen Schluß, die soziale Herkunft von Individuen wirke sich auf deren jeweilige Beteiligung an Massenbe wegungen nicht aus . Bloom hat Abs traktionsfähigkeit und Originalität im sozio­ politischen De nken Hong Konger Chinesen empirisch untersucht und üb erträgt seine Er­ gebnisse recht spekulativ auf die Situation in der Volksrepublik. Der Okonom Hoffmann schildert in Fortführung einer 1967 erschienenen Studie die Mechanismen des Arbeits anrei­ zes in unterschiedlichen Phasen der Geschichte der Volksrepublik China - ein gerade durch die nachmaoistische Entwicklung (zu der Hoffmann sich noch nicht äußert) wieder hochak­ tuell gewordenes The ma. J. Huang, Literaturwissenschaftler, umreißt die Figur der "b ösen Frau" in der revolutionären Literatur Chinas, dabei das Fortdauern traditioneller chinesi­ scher MOl;alvorstellungen betonend. Munro erörtert den philosophischen, insbesondere ethischen Hi ntergrund des "be lief control" im modernen China; auch er geht auf traditio­ nelle Wurzeln ein und bemüht sich im übrigen, Unterschiede zur sowjetischen De nkung s­ weise herauszuarbeiten, die dem Gedanken einer "f reien" Willensentscheidung aufge­ schlossener gegenüberstünde als die moderne chinesische. Die Abwesenheit eines Rechts­ wissenschaftlers bei der vorbereitenden Konferenz haben die Herausgeber durch den Nach­ druck eines kurzen Beitrages von Victor Li aus dem Jahre 19 73 über Strafrecht in der Volks­ republik China aus zugleichen versucht. Das Fehlen eines detaillierten Konzeptes, das die einzelnen Beiträge hätte strukturieren können sowie auch eines die Einzelergebnisse zusammenordnenden Resümees ist gewiß be­ dauerlich; gleichwohl sind die Beiträge durchweg lesenswert. Die Bearbeitung der bislang noch wenig behandelten Fragen der sozialen Kontrolle im China von heute wird in Zukunft ganz sicher von der breiteren empirischen Basis profitieren, die die Offnung der chinesischen Sozialwissenschaften für Kontakte mit dem Ausland zu vermitteln verspricht. Ein nicht al­ lein dieses Bu ch, sondern einen großen Teil insbesondere US-amerikanischer Literatur der letzten Jahre treffendes Wort der Kritik sei schließlich noch angefügt : Manche teure Seite könnten Verlage zum Nutzen der Leser einsparen, wenn sie geschwätzige Berichte über Freud und Leid der Autoren bei der Vorbereitung, nicht endenwollende Da nksagungen für jede Handreichung und Feststellungen wie diejenige unterb änden, daß die Konferenzteil­ nehmer freudig einen Teil (!) der Kosten für die Mahlzeiten selbst gezahlt haben (" most cheerfully "). Philip Kunig OMAIN Y AK EMTCHOUK La Convention de Lome, Nouvelles formes de la cooperation entre la C.E.E. et les Etats d' Afriqu e, des Caraibes et du Pacifique. Koninklijke Academie voor Ove rzeese Wetenschappen, Brüssel, 1977, 181 S. (nicht im Handel) . Die Konvention von Lome1 , abgeschlossen im Februar 19 75 und in Kraft getreten im April 19 76, regelt die Wirtschafts beziehungen zwischen den neun Staaten der Europäischen Wirt­ schaftsgemeinschaft und (inzwischen) 53 Staaten Afrikas sowie aus dem karibischen und pa- 1 BGBI. 19 75 H, S. 23 17 H. https://doi.org/10.5771/0506-7286-1978-4-456, am 07.10.2021, 11:31:32 Open Access - - http://www.nomos-elibrary.de/agb http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Verfassung in Recht und Übersee Unpaywall

Deviance and Social Control in Chinese Society

Verfassung in Recht und ÜberseeJan 1, 1978

Loading next page...
 
/lp/unpaywall/deviance-and-social-control-in-chinese-society-1557KlXifb

References

References for this paper are not available at this time. We will be adding them shortly, thank you for your patience.

Publisher
Unpaywall
ISSN
0506-7286
DOI
10.5771/0506-7286-1978-4-456
Publisher site
See Article on Publisher Site

Abstract

trachtung zu ziehen: "O hne fundamentale Umstrukturierungen gibt es weder für die Ent­ wicklungs- noch fur die Indus trieländer eine Lösung . Weder können die indus trialisierten Länder mit der Geschwindigkeit und Unaufhaltsamkeit einer Lawine noch lange weiter in ihre Sackgasse laufen, noch können die Entwicklungslänper bei der gegenwärtigen Struktur der Weltwirtschaft ihre Volkswirtschaften regenerierenl Grund erfordernisse sind : - Wie­ derherstellung gesunder Landwirtschaftsstrukturen in d�n Entwicklungsländern ; - Rück­ schraubung der ,Rationalisierung' in den Indus trieländenl'; - Neuregelung der Welthandels­ tarife bzw. der Ein- und Ausf uhrbestimmungen üb erhaupt" (S. 191/192). Interessanterweise gelangt 1. Wendt mit Hilfe ihrer auf eigenen Erfahrungen beruhenden unorthodoxen Betrachtungsweise zu ähnlichen Ergebnissen, wie sie der Zweig der interna­ tionalen Sozialwissenschaften vorgelegt hat, der sich mit De pendenz- und Ausb eutun gs­ strukturen im Beziehungssystem von Indust rie- und Entwicklungsländern beschäftigt. Die Auss age der Autorin - nicht öffnung der Entwicklungsländer zugunsten des "r ationalisti­ chen" und profitorientierten Westens, sondern Besinnung auf die eigene Tradition und die eigenen Kräfte, was selektive Kooperation mit dem technisch üb erlegenen Westen nicht aus­ schlösse, führe aus der Sackgasse der Unterentwicklung heraus - trifft sich erstaunlich genau mit Postulaten , die hierzulande in der Diskuss 'ion über "a utozentrierte Entwicklung" als Alternative zu einer auf Weltmarktintegration zielenden Entwicklung erhoben werden. Di es Bu ch wirbt mit sachlich fundierten Argumenten um Verständnis fremder Kulturen, stellt oftmals bewußt subjektiv eingefärbte Ansi chten zur Diskussion, es will provozieren, De nkanstöße vermitteln und zur Revision europäischen Selbstverständnisses auffordern - ein Buch, das einen großen Leserkreis erreichen sollte. Rainer T etzlaff AMY A. WILSON/SIDNEY L. GREENBLATT/RICHARD W. WILSON (H erausg.) Praeger Special Studies in International Politics and Government, Praeger Publishers In c., New York, London, 19 77, X, 227 S., 5.95 $ Diese Sammlung von Papieren einer Konferenz vom November 19 75 trägt methodisch Tat­ sachen Rechnung, die die wissenschaftliche Erforschung Chinas auch heute noch belasten : der Schwierigkeit der Sinologie als einer geographisch definierten Wissenschaft, Ergebnisse der einzelnen sozial wissenschaf tlichen Fächer zu rezipieren und auf den Gegenstand ihres Inter esses anzuwenden; der Schwierigkeit der Sozialwissenschaften, an europäischen oder amerikanischen Verhältnissen entwickelte Fragestellungen und Kategorien sinnvoll auf chi­ nesische Phänomene anzuwenden bzw. LU diesen üb erhaupt den Zugang zu finden. Jeder Versuch zum Brückenschlag, der - wie hier - allgemeine sozialwissenschaftliche Befähigung mit sinologischem Sachverstand vereint, verdient deshalb Au fmerksamkeit und Lob. Die Autoren dieses Bu ches wollen aber noch mehr. Interdisziplinär auch innerhalb der Sozial­ wissenschaften, nähern sie sich ihrem Thema von ganz unterschiedlicher Warte : als Vertreter der Fächer Soziologie, Politikwissenschaft, "G overnment" , Psychologie, Linguistik, Ö ko­ nomie, Literaturwissenschaft, Philosophie und Rechtswissenschaft. De vianz definiert der einleitende Beitrag Amy Wilsons als Verhalten, das von einer be­ stimmten Regel abweicht bzw. solches, das von anderen als deviant betrachtet wird, "s oziale Kontrolle" als Reaktion auf "n onconformity" bzw. "r ule breaking" , also wohl: De vianz. Da mit ist für die Einzelbeiträge der denkbar weiteste Rahmen gezogen. Der Soziologe Greenblatt untersucht die Stigmatisierung abweichenden Verhaltens durch Mass enkampag­ nen in der Volksrepublik China. R. Wilson legt eine knappe Arb eit über Gruppenverhalten https://doi.org/10.5771/0506-7286-1978-4-456, am 07.10.2021, 11:31:32 Open Access - - http://www.nomos-elibrary.de/agb chinesischer Kinder in Taiwan, Hong Kong und den U.S.A. vor. White befaßt sich, gestützt auf Material aus den 50er Jahren, mit der Einwohnerregistrierungspflicht in chinesischen Städten als eines Mittels der sozialen Kontrolle. Bennett kommt bei der Untersuchung der Funktion chinesischer Massenbe wegungen bei der Sozialisation zu dem erstaunlichen Schluß, die soziale Herkunft von Individuen wirke sich auf deren jeweilige Beteiligung an Massenbe wegungen nicht aus . Bloom hat Abs traktionsfähigkeit und Originalität im sozio­ politischen De nken Hong Konger Chinesen empirisch untersucht und üb erträgt seine Er­ gebnisse recht spekulativ auf die Situation in der Volksrepublik. Der Okonom Hoffmann schildert in Fortführung einer 1967 erschienenen Studie die Mechanismen des Arbeits anrei­ zes in unterschiedlichen Phasen der Geschichte der Volksrepublik China - ein gerade durch die nachmaoistische Entwicklung (zu der Hoffmann sich noch nicht äußert) wieder hochak­ tuell gewordenes The ma. J. Huang, Literaturwissenschaftler, umreißt die Figur der "b ösen Frau" in der revolutionären Literatur Chinas, dabei das Fortdauern traditioneller chinesi­ scher MOl;alvorstellungen betonend. Munro erörtert den philosophischen, insbesondere ethischen Hi ntergrund des "be lief control" im modernen China; auch er geht auf traditio­ nelle Wurzeln ein und bemüht sich im übrigen, Unterschiede zur sowjetischen De nkung s­ weise herauszuarbeiten, die dem Gedanken einer "f reien" Willensentscheidung aufge­ schlossener gegenüberstünde als die moderne chinesische. Die Abwesenheit eines Rechts­ wissenschaftlers bei der vorbereitenden Konferenz haben die Herausgeber durch den Nach­ druck eines kurzen Beitrages von Victor Li aus dem Jahre 19 73 über Strafrecht in der Volks­ republik China aus zugleichen versucht. Das Fehlen eines detaillierten Konzeptes, das die einzelnen Beiträge hätte strukturieren können sowie auch eines die Einzelergebnisse zusammenordnenden Resümees ist gewiß be­ dauerlich; gleichwohl sind die Beiträge durchweg lesenswert. Die Bearbeitung der bislang noch wenig behandelten Fragen der sozialen Kontrolle im China von heute wird in Zukunft ganz sicher von der breiteren empirischen Basis profitieren, die die Offnung der chinesischen Sozialwissenschaften für Kontakte mit dem Ausland zu vermitteln verspricht. Ein nicht al­ lein dieses Bu ch, sondern einen großen Teil insbesondere US-amerikanischer Literatur der letzten Jahre treffendes Wort der Kritik sei schließlich noch angefügt : Manche teure Seite könnten Verlage zum Nutzen der Leser einsparen, wenn sie geschwätzige Berichte über Freud und Leid der Autoren bei der Vorbereitung, nicht endenwollende Da nksagungen für jede Handreichung und Feststellungen wie diejenige unterb änden, daß die Konferenzteil­ nehmer freudig einen Teil (!) der Kosten für die Mahlzeiten selbst gezahlt haben (" most cheerfully "). Philip Kunig OMAIN Y AK EMTCHOUK La Convention de Lome, Nouvelles formes de la cooperation entre la C.E.E. et les Etats d' Afriqu e, des Caraibes et du Pacifique. Koninklijke Academie voor Ove rzeese Wetenschappen, Brüssel, 1977, 181 S. (nicht im Handel) . Die Konvention von Lome1 , abgeschlossen im Februar 19 75 und in Kraft getreten im April 19 76, regelt die Wirtschafts beziehungen zwischen den neun Staaten der Europäischen Wirt­ schaftsgemeinschaft und (inzwischen) 53 Staaten Afrikas sowie aus dem karibischen und pa- 1 BGBI. 19 75 H, S. 23 17 H. https://doi.org/10.5771/0506-7286-1978-4-456, am 07.10.2021, 11:31:32 Open Access - - http://www.nomos-elibrary.de/agb

Journal

Verfassung in Recht und ÜberseeUnpaywall

Published: Jan 1, 1978

There are no references for this article.